20 Jahre Jugendfeuerwehr Heiligenhafen
 
1988 - 2008
 
 Die Jugendfeuerwehr Heiligenhafen läßt 20 Jahre Revue passieren
 
Eine großartige Entscheidung, die auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenhafen 1988 getroffen wurde, war der einstimmige Beschluss, eine Jugendfeuerwehr zu gründen. Die Voraussetzungen dafür wurden bereits weit vorher unter dem damaligen Wehrführer und heutigen Ehrenwehrführer Georg Samsing (genannt Scholler) getroffen. Schon 1979 ging durch eine Initiative zweier Heiligenhafener Schüler (Ulf Schmidtchen, Stephan Brumm) der erste Antrag zur Gründung einer Jugendfeuerwehr an ihn. Eine Jugendfeuerwehr stieß aber zu damaliger Zeit durch die sehr begrenzten Räumlichkeiten im alten Feuerwehrhaus und die Skepsis gegenüber einer „Kinderfeuerwehr“ auf Ablehnung. Dennoch bekundete der Vorstand 1981 den Willen eine Jugendfeuerwehr zu gründen. Und so machten die Kameraden Franz-Otto Meier, Egon Frenkel und Gerd Poppendiecker auf der Jahreshauptversammlung den ersten Vorstoß, der allerdings keine Zustimmung fand. In den Jahren 1982 und 1983 wurden weitere Gespräche darüber geführt, eine Jugendfeuerwehr in Heiligenhafen einzurichten. So mussten viele bürokratische Hürden genommen, passende Jugendwarte gefunden und ausgebildet und die rechtlichen Hintergründe geklärt werden. Konkrete Vorgespräche zur Gründung erfolgten dann am 20.3.1988, noch im alten Feuerwehrhaus Wendstrasse. Nachdem der Umzug in das neue Feuerwehrhaus in der Feldstrasse vollzogen war, fand sich ein Gremium um die Kameraden HBM Detlef, HLM Poppendiecker, OBM Brandt, BM Pietsch, OBM Wellach, HFM Kliegel, HFM Hasselmann und HFM Kahl hinsichtlich der weiteren Organisation, der öffentlichen Bekanntmachung und des Festsetzen eines Gründungstermins zusammen.

Heute vor 20 Jahren war es endlich soweit. Am 14. 09.1988, um 19:00 Uhr ,wurde die Gründungsversammlung unter dem damaligen ,,neuen” Wehrführer Hans Jürgen Detlef einberufen. Laut Teilnehmerliste waren 97 Gäste anwesend. Darunter 35 Jugendliche, die der neuen Jugendfeuerwehr angehören würden. Eine beachtliche Anzahl von Interessierten. Der erste Jugendwart Wilfried Kliegel übernahm seine neuen Schützlinge. Unterstützt wurde er von Manfred Kahl und Michael Hasselmann. Der Dienstbetrieb wurde aufgenommen und ein Jugendausschuss wurde gewählt. Er setzte sich wie folgt zusammen: Michael Kahl, Kai Parnow, Kay Birkenwirth, Martin Foth, Christian Günther und Heiko Nissen.

Von nun an wurde nach einem festen Dienstplan gearbeitet. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung standen Sport, Schwimmen, Erste Hilfe, Spielnachmittage, kurze Freizeiten, Wettkämpfe und Ausschusssitzungen auf dem Plan. Im Jahr 1989 absolvierten sogar schon 7 Jugendliche die Leistungsspange. Auch der 4.Schlauchbootwettbewerb wurde von nun an natürlich mit viel Unterstützung der Aktiven von der Jugendfeuerwehr ausgerichtet. Dieses sollte sich auch in den kommenden Jahren als erfolgreich bestätigen. Auch auf dem Sommerfest der aktiven Wehr war die Jugendfeuerwehr von nun an vertreten. Dank dem Kameraden Reinhard Hallmann, der von jetzt an dafür sorgte, dass die Jugendfeuerwehr einen eigenen Vogel zum Königsschießen bekam, konnte ein eigener König ausgeschossen werden. Erster König der Jugendfeuerwehr 1989 wurde Dominique Knoop. Die erste Jahreshauptversammlung der Jugendfeuerwehr, erstmals in Uniform, fand am 09.11.1989 im Feuerwehrhaus statt. Diese wurde vom ersten Jugendgruppenleiter Michael Kahl eröffnet und abgehalten und von vielen Anwesenden mit großem Interesse verfolgt. In den kommenden Jahren wurde Erfahrung gesammelt, was den Dienstbetrieb und den Umgang mit Jugendlichen angeht. Die Anzahl der Mitglieder pendelte sich um die 30 Jungen ein, obwohl das Interesse viel größer war.

Zunächst waren keine Mädchen in der Jugendfeuerwehr vertreten.
1994 gab Wilfried Kliegel die Jugendfeuerwehr als Jugendwart an seinen damaligen stellvertretenden Jugendwart Manfred Kahl ab. Im Jahr 1995 sollte sich noch etwas ändern. Als erstes Mädchen trat am 10.05.1995 Svenja Bertschat ihren Dienst in der Jugendfeuerwehr an. Ihr folgten im gleichen Jahr 3 weitere Mädchen. Von nun an hieß es Frauenpower in der Wehr. Seit 1996 unternimmt die Jugendfeuerwehr mit der befreundeten Jugendfeuerwehr in Rerik gemeinsame Zeltlager auf dem Zeltplatz in Meeschendorf bei Rerik. Insgesamt wurden 7 Zeltlageraufenthalte absolviert. Auf dem Programm standen unter anderem Zoobesuche, Kinoabende, Museumsbesuche, Fahrradtouren, Wanderungen, Wettkämpfe, Lagerfeuer, Spiele, Baden, Ausflüge und dergleichen mehr. Zu unseren Ritualen gehören mittlerweile auch noch andere Dinge. So nehmen wir seit dem ersten Jahr der Gründung an der Aktion Saubere Umwelt teil. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

13 Mal waren wir seit 1989 in der Behindertenselbsthilfe in Mönchneversdorf zu Gast. Anfangs wurde noch mit dem Fahrrad dort hin gefahren. Mittlerweile sind wir ein bisschen faul geworden und fahren auch mit dem Auto. In Mönchneversdorf nutzen wir  dann die Möglichkeit, das Schöne mit dem Praktischen zu verbinden. Einerseits haben wir ein schönes Wochenende in tollen Räumlichkeiten und super Verpflegung, andererseits haben wir Kontakt zu Menschen mit Handicap und können so soziale Ängste zu diesen Menschen abbauen. Eine Beispiel dafür und  immer wieder ein großer Spaß ist das traditionelle Schaumkusswettessen.

Auch der Tretbootwettbewerb in Rerik gehört seit 1997 zu unseren Bräuchen. Am Tretbootwettbewerb nehmen wir seither jedes Jahr mit viel Freude teil. Seit 1998 findet der Schlauchbootwettbewerb in Heiligenhafen nur noch alle 2 Jahre statt. Dieser wird nun im Jahreswechsel mit Eutin durchgeführt. Grund ist der hohe Arbeitsaufwand sowie die intensive Vorbereitung.

In den Jahren unter der Leitung von Manni Kahl wurde einiges auf die Beine gestellt. Es wurde nicht nur Ausbildung betrieben sondern der Spaß sollte bei den Kindern und Jugendlichen an erster  Stelle stehen. Es wurden tolle Fahrten organisiert. So ging es unter anderem mit einer Abordnung nach Petersdorf in Österreich, mit der Jugendwehr in den Harz, nach Weener/ Ostfriesland, nach Lüneburg, Emden und Rinteln. Nicht zu vergessen die Tagestouren nach Hamburg, Berlin oder in den Heidepark nach Soltau.

Diese Fahrten dienten natürlich nicht nur der Erholung und dem Spaß, sondern auch der Förderung des Gemeinschaftslebens und sozialem Zusammenhalt in unserer großen Gruppe.
Darüber hinaus wurde an der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen gearbeitet. So wurden etliche Wettbewerbe auf Kreis- und Landesebene besucht, sowie Lehrgänge wie Truppmann- und Maschinistenausbildung absolviert. Das Ziel, aus dem Jugendfeuerwehrmann bzw. Jugendfeuerwehrfrau eine Kraft für den aktiven Dienst zu gewinnen, hat unser Manni nie aus dem Auge verloren.

Im Jahr 2005 gab es wieder eine kleine Änderung, denn Marcus Dzinczuk übernahm von Manfred Kahl die Jugendfeuerwehr als neuer Jugendwart. Im Dienstbetrieb hat sich allerdings nicht viel geändert. Warum auch? Schließlich ist die Jugendfeuerwehr mittlerweile eine gut funktionierende Truppe.